Ein Vorläufer im Dezember 1974
E.v.M. hatte seine Fußballkumpel und einige skifahrende Freunde zusammen getrommelt. Circa 30 Teilnehmer, Anreise im eigenen PKW, Schlafen im Matratzenlager und Mehrbettzimmer. Gekocht wurde selbst.
Angesagt war ein langes Wochenende auf der TG – Hütte Bärenfalle. Drei Tage Skifahren im Skigebiet Bühl und zwei Abende auf der Bärenfalle mit geselligen Spielen, viel Spaß und sehr viel „geistigen Getränken“ – heute würde man das wohl Après – Ski nennen.
Tagsüber wurde die Pisten runter geheizt was das Zeug hält. Manchem fehlte die entsprechende Skitechnik, aber Hauptsache man war dabei. Damals fuhr man noch auf alten Holzlatten mit Stahlkanten und einige sogar schon mit Sicherheitsbindung.
Es gab viele Stürze, aber keine Verletzungen. Ein ganz besonders großer Held hat an zwei Tagen zwei paar Skier abgebrochen und hat dann mangels weiterem Material aufgehört. Niemand wollte ihm mehr Skier leihen.
Natürlich wurden die Skispitzen gleich am Giebel der Bärenfalle angenagelt.
Eine rundum gelungene erste Ausfahrt. Alle waren sich einig. Wir brauchen einen Skiclub in Mittelbiberach, evtl. als Abteilung im FC.
Die Idee war, dass wir unabhängig Kleinkinder – Skikurse anbieten oder in Mittelbiberach im Lau oder am Langen Berg fahren können
Wir haben in den ersten Jahren vom Skiclub immer wieder Torlauftrainings in Mittelbiberach durchgeführt. Ja, das war seinerzeit noch möglich als es noch viel Schnee gab. Unvergessen die Parallel – Slaloms im Lau und am Langen Berg. Also sollte ein transportabler Lift her.
Über eine Annonce in der DSV – Zeitschrift nahm E.v.M. Kontakt auf und bestellte den Verkäufer mit 2 seiner Lifte nach Wiederhofen auf die Hütte von unserem Freund Werner Würstle. Und die ganze Vorstandschaft war mit dabei.
Wir staunten nicht schlecht über die 2 Motoren, einmal ein Benzinmotor und einmal ein Elektromotor. Jeweils auf einem Tragegestell wie ein Rucksack. Dazu 300 Meter Stahlseil, eine Umlenkrolle oben und unten und Handgriffe zum Einklicken ins Seil. Die Umlenkrollen wurden fixiert an Pfählen, um die nötige Spannung zu halten. Alles hat sehr gut funktioniert.
Zuerst wurde wie früher eine Piste getreten, dann ging es los mit Skifahren.
Einmal waren bereits 5 Skifahrer gleichzeitig am Seil, als unser beleibter Präsident zusätzlich einstieg. Handgriff eingeklickt, ein Ruck und die Umlenkrolle wurde aus der Verankerung gerissen, alle 6 Skifahrer lagen am Boden, ein tolles Bild.
Obwohl das System sehr gut funktioniert hatte, hat sich die Vorstandschaft gegen einen Kauf entschieden. Mit 2500 DM zu teuer und bei wechselnder Schneelage in Mittelbiberach zu unsicher. Schade eigentlich.
Wenn man von den Anfängen des Skiclubs spricht, kommt man an Ratschings in den Südtiroler Bergen nicht vorbei. Dieser Wintersportort am Jaufenpass hat erst ein Jahr vor der Gründung des Skiclubs als Ratschings - Jaufen - Gebiet eröffnet.
Bereits im ersten Jahr waren schon einige Mittelbiberacher dabei, die damals als Kegelclub ‚Zamma kaua‘ anreisten. Natürlich war hier ebenfalls Eugen Moser mit dabei. Dabei wurde vermutlich schon darüber sinniert, ob man nicht einen ‚Skiclub Mittelbiberach‘ gründen sollte.
Gewohnt wurde damals in der Pension Schoaterhof. Diese liegt ziemlich am Anfang der Passstraße nach Ratschings hoch, unmittelbar vor der ersten Kehre. Diese Pension kann man durchaus als Keimzelle des Skiclubs bezeichnen. Im Jahr 1975 waren wir wieder mit einer erweiterten Gruppe hier, danach wurde im Sommer der Skiclub gegründet.
Die Pension wurde (und wird bis heute) betrieben von der Familie Braunhofer.
Bereits am Fasching 1976 fand die erste 4 - tägige Faschingsfahrt nach Ratschings statt. Ebenfalls wieder mit dem Schoaterhof als unserem Standort. Frau Braunhofer hat uns offensichtlich sofort ins Herz geschlossen, was bei vielen Teilnehmern auch auf Gegenseitigkeit beruht hat. Das Platzangebot war damals noch begrenzt, es gab Zimmer für maximal 20 - 25 Personen. Die Faschingsfahrt hat sich sofort etabliert, sodass schon nach wenigen Jahren der Platz im Schoaterhof nicht mehr ausreichte. Teilweise haben wir uns dann zusätzliche Zimmer in der Nähe gesucht, etwa im Gasthof Psenner in Stange oder im Gilfenbrünnerl weiter oben am Pass.
Irgendwann haben wir dann die Faschingsfahrten eingestellt, weil es damals an der Fasnet plötzlich überall Winterferien gab, die über die ganze Woche gingen. Damit wurde es ein Problem, nur an den Faschingstagen zu buchen. Dafür haben wir dann irgendwann die Skilehrereinweisungen im Dezember nach Ratschings verlegt. Einige Jahre haben wir im Psenner oder im Gasteiger Hof gewohnt, wo man uns aber wegen schlechtem Betragen nicht mehr wollte. Einige haben in ihrer Glückseligkeit wohl etwas über die Stränge geschlagen.
Was für uns aber natürlich auch ein Glücksfall war. Denn dadurch mussten (oder durften) wir dann ins Berghotel nach Ratschings ausweichen, wo wir seit nunmehr 29 Jahren zur Saison - Eröffnung und auch mittlerweile wieder zur Skilehrereinweisung wohnen.
Als das Skigebiet Ratschings - Jaufen 2024 sein 50 - jähriges Jubiläum gefeiert hat, waren wir selbstverständlich mit dabei.